Bundesministerin Nahles besucht BMW Motorradwerk Berlin

Bundesministerin Nahles besucht mit französischer Amtskollegin El Khomri das BMW Motorradwerk Berlin

22.2.2017 Berlin. Die Personalvorständin der BMW Group, Milagros Caiña-Andree, und Dr. Marc Sielemann, Leiter Produktion BMW Motorrad, begrüßten am Dienstag die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, und ihre französische Amtskollegin, die Ministerin für Arbeit, Beschäftigung und sozialen Dialog, Myriam El Khomri im BMW Group Werk Berlin.

Vor Ort machten sie sich ein genaues Bild vom Einzug der Digitalisierung und Zukunft der Arbeitswelt bei der BMW Group unter den Aspekten Qualität, Arbeitsschutz, Mitarbeiter-Gesundheit, Weiterbildung und Vernetzung.

Personalvorständin Caiña-Andree betont dabei in ihrer Rede den Grundsatz des Unternehmens: „Unser stärkster Erfolgsfaktor sind und bleiben unsere Mitarbeiter. Keine Maschine ist heute in der Lage, die Fähigkeiten unserer Mitarbeiter zu ersetzen oder die Qualität unserer Fahrzeuge und Motorräder aus Kundensicht zu beurteilen. Fest steht jedoch, dass wir die Qualifikationen unserer Mitarbeiter weiterentwickeln müssen, um in der Mobilitätswelt der Zukunft erfolgreich zu sein.“

WERBUNG:

Bei einem Rundgang stellte Werkleiter Dr. Marc Sielemann Technologien aus dem Bereich Industrie 4.0 vor, die am Berliner Standort bereits im Einsatz sind oder in Pilotphasen getestet werden. So etwa autonome Routenzüge, Systeme zur optischen Qualitätsprüfung und Lichtleitsysteme zur Teilebestückung in der Logistik. „Unsere Projekte zur Digitalisierung der Produktion und der Einsatz intelligenter Automatisierung helfen uns bei höchster Qualität, wettbewerbsfähig und flexibel zu produzieren und gleichzeitig körperlich anstrengende Tätigkeiten für unsere Mitarbeiter zu reduzieren. Insgesamt wollen wir unser Produktionsvolumen weiter steigern und schon in naher Zukunft 200.000 Motorräder und Scooter pro Jahr bauen“, erklärt Dr. Marc Sielemann.

Bundesministerin Andrea Nahles schilderte abschließend ihre Eindrücke: „Das BMW Motorradwerk lebt nicht nur Industrie 4.0, sondern hat erkannt, dass vor allem die Mitarbeiter die Zukunft des Unternehmens mitbestimmen. Ich halte das für ein gutes Beispiel für ein zukunftsorientiertes Unternehmen, wo ein partnerschaftlicher Ansatz zwischen Management und Mitarbeitern gelebt wird – und das fördert nicht zuletzt auch die gesamte Innovationsfähigkeit des Unternehmens.“

Autonome Routenzüge in der Montage

Im Berliner BMW Werk fahren seit Anfang des Jahres erste autonome Routenzüge im Rahmen eines Pilotprojekts. Die selbstständig navigierenden Routenzüge werden unter anderem zur Versorgung der Montagebänder eingesetzt und legen dabei einzelne Strecken von etwa 500 Metern zwischen Logistik und Fahrzeugmontage zurück.

Technisch funktioniert die selbstständige Steuerung und Navigation der Routenzüge über Lasersignale. Durch Auswertung der Reflektionen entwirft der Routenzug in Echtzeit ein digitales 2D-Raumprofil und ist so in der Lage, auf bestimmten Strecken selbstständig durch die Montagehalle und die Logistikbereiche zu manövrieren.

Qualitätsprüfung mit Hilfe von kooperativen Leichtbaurobotern

Innovative Leichtbauroboter können ohne Schutzzaun neben dem Mitarbeiter arbeiten und sind daher leicht integrierbar in den Montageprozess. Sie übernehmen Aufgaben, die den Mitarbeiter körperlich entlasten. Im Berliner BMW Werk wird ein Leichtbauroboter zur kamerabasierten Qualitätsprüfung getestet. Er prüft und erfasst diverse Bauteile, die optisch aufgrund der hohen Modellvielfalt, bei nur geringen Maßabweichungen von Bauteilen schwer zu erkennen sind.

Smart Logistics für robuste Prozesse

Der Einsatz eines sogenannten Beamer-Wagens unterstützt Logistikmitarbeiter mittels Leuchtpunkten, die beim Sortieren von Bauteilen signalisieren, wo das richtige Teil zu finden ist und wo es abgelegt werden soll. Dabei steuert der Wagen autonom durch die Logistikregale. Die Technik wird zur Bestückung von Baukästen (Bikesets) angewandt, die anschließend durch autonome Routenzüge in die Montage gefahren werden.

BMW Motorradproduktion seit mehr als 45 Jahren in Berlin

Seit 1969 ist der Berliner Standort Stammwerk für BMW Motorräder und blickt damit auf mehr als 45 Jahre Produktionshistorie zurück. 2016 wurden über 140.000 Fahrzeuge produzieren, darunter etwa 9.000 versandfertige Montagekits für die BMW Auslandsproduktion in Thailand und Brasilien. In Spitzenzeiten rollt alle 65 Sekunden ein Motorrad vom Band, insgesamt sind es bis zu 800 Einheiten am Tag. Das Berliner Werk ist das weltweit einzige Vollwerk der BMW Group für Motorräder, Scooter und Komponenten. Innerhalb des bestehenden internationalen Netzwerkes mit Produktionsstandorten in Brasilien, Thailand und Indien agiert der Standort Berlin als Leitwerk und bildet das starke Rückgrat der weltweiten BMW Motorradproduktion.