Audi erhält Inklusionspreis 2016 der Wirtschaft

17.2.2017. Für die vorbildliche Integration von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen erhält die AUDI AG in der Kategorie Konzern den Inklusionspreis der Wirtschaft 2016.

Das Unternehmen beschäftigt an den deutschen Standorten Ingolstadt und Neckarsulm rund 3.100 schwerbehinderte Menschen, das sind 5,8 Prozent der Beschäftigten. Seinen Integrationsprozess hat Audi mit der Universität St. Gallen umfassend wissenschaftlich evaluiert und daraus weitere konkrete Schritte abgeleitet.

Die Jury begründet die Auszeichnung für Audi unter anderem mit dem besonderen Fokus des Unternehmens auf die Weiterbeschäftigung von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Um Inklusion nachhaltig zu verankern, schule der Autohersteller seine Führungskräfte und fördere gemeinsam mit dem Betriebsrat weiche Faktoren wie Wertschätzung und Kommunikation.

„Jeder einzelne Mitarbeiter trägt zum Erfolg des Unternehmens bei“, sagt Audi‑Personalvorstand Thomas Sigi. „Entscheidend ist für uns, die Menschen dort einzusetzen, wo sie ihre Stärken am besten einbringen können.“ Das gelte ganz besonders beim Thema Inklusion: „Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen eröffnen uns neue, ungewohnte Blickwinkel und verstärken in ihren Teams das kreative Potenzial“, betont Sigi. „Diese Vielfalt bereichert und ist Teil der Diversity‑Kultur, die wir bei Audi fördern.“

WERBUNG:

Audi beschäftigt Mitarbeiter mit gesundheitlichen Einschränkungen so lange wie möglich in ihren angestammten Teams, etwa in der Produktion. Im bisherigen Umfeld suchen Vorgesetzter, Personal‑ und Gesundheitswesen sowie Betriebsrat gemeinsam nach ergonomischen Hilfen oder verbesserten Einsatzmöglichkeiten, wenn ein Mitarbeiter seine bisherige Arbeit nicht mehr ausführen kann. Möglich sind zum Beispiel andere Aufgaben im Team. Erst danach beginnt kaskadenartig das Prüfen eines Wechsels in andere Bereiche. Audi hat seit 2010 rund 1.000 neue Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen in fertigungsnahen Bereichen geschaffen.

Für den Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Peter Mosch ist dieses Engagement eine Verpflichtung gegenüber Belegschaftsmitgliedern mit Handicap. „Für uns ist jeder Mensch ein Mensch und muss es auch bleiben“, so Mosch. Um Chancengleichheit zu fördern, setzt der Betriebsrat auf eine starke Schwerbehindertenvertretung. „Wir treten nicht nur für die Interessen schwerbehinderter Beschäftigter ein, sondern fördern ihre Eingliederung im Betrieb und stehen ihnen danach weiter beratend zur Seite“, so Mosch.

Eine gemeinsame Studie von Audi und der Universität St. Gallen bestätigt den Erfolg dieses Integrationskonzepts: Gemischte Teams mit behinderten und nichtbehinderten Mitarbeitern generieren mehr Ideen und arbeiten kreativer als homogene Arbeitsgruppen. Zentrale Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Inklusion sind demnach vor allem eine wertschätzende Führung durch die Vorgesetzten sowie der gute Zusammenhalt im Team. Diese „weichen“ Faktoren wirken sich maßgeblich auf die Zufriedenheit und den Gesundheitsstand der Mitarbeiter aus. „Mit ergonomischen Arbeitsplätzen schaffen wir die nötigen Voraussetzungen für die Integration von Mitarbeitern mit Leistungseinschränkungen“, sagt Hubert Waltl, Vorstand Produktion und Logistik der AUDI AG. „Noch wichtiger ist, dass Führungskräfte und Kollegen den Mitarbeiter begleiten und unterstützen.“

Audi hat die Erkenntnisse aus der St. Gallener Studie auch in sein neues Führungsleitbild integriert: Wertschätzung und Respekt spielen dabei eine entscheidende Rolle. Auf dieser Basis qualifiziert das Unternehmen auch seine Führungskräfte. So trainieren sie den Umgang mit schwerbehinderten Mitarbeitern in konkreten Szenarien und gewinnen mehr Sicherheit in anspruchsvollen Führungssituationen.

Der Inklusionspreis der Wirtschaft gilt als bundesweit renommierteste Auszeichnung für Integrations‑ und Inklusionsthemen. Prämiert wurden Unternehmen, die 2015 und 2016 beispielhafte Projekte und Aktionen durchgeführt haben. Zu den Initiatoren des Preises zählen die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände, die Bundesagentur für Arbeit, die Charta der Vielfalt und das Unternehmensforum.