Anfang Februar erscheint Band 4 der Kaufbeurer Stadtgeschichte

4.2.2021 Kaufbeuren. Am 3. Februar 2021 erschien nach 10 Jahren Vorbereitungs- und Bearbeitungszeit der vierte Teil der Kaufbeurer Stadtgeschichte mit dem Titel „Die Stadt Kaufbeuren. Die Geschichte der Ortsteile Oberbeuren, Hirschzell und Kemnat“.

In den bisherigen drei Bänden der Kaufbeurer Stadtgeschichte wurden die Schwerpunkte „Politische Geschichte und Gegenwart“, „Kunstgeschichte, Bürgerkultur und religiöses Leben“ sowie „Sozialgeschichte, Wirtschaftsentwicklung und Bevölkerungsstruktur“ bereits behandelt.

Im jetzt neu erscheinenden Band wird die Kaufbeurer Stadtgeschichte durch die Aufarbeitung der Ortsteilgeschichten von Oberbeuren, Hirschzell und Kemnat auf 384 Seiten mit 424 Fotos und vielen Luftbildern und Zeichnungen abgerundet.

Entstehungsgeschichte

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Die Erstellung des vierten Bandes nahm nicht ohne Grund über 10 Jahre in Anspruch:

Da nicht genügend ortsansässige Autoren mit historisch fundiertem Hintergrund gefunden werden konnten, nimmt der damalige Stadtarchivar Dr. Stefan Fischer Kontakt mit dem Lehrstuhl für Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte der Universität Augsburg auf. Der vermittelt 2014 den Historiker Karl Maria Haertle, der das Buch auf Honorarbasis verfassen soll.

Ebenfalls mitgearbeitet an dem Buch haben Dr. Andreas Weileder, Michael Haller, Markus Schindele, Gerhard Bucher, Markus Pelzl und der Oberbeurer Geschichtskreis um Martin Heiß und Josef Weiß. Als Herausgeber sind Dr. Fischer und Dr. Dieter tätig. Als Zeitplan werden zwei Jahre angesetzt.

Haertle kann aber seit 2016 krankheitsbedingt nur mehr phasenweise arbeiten und stirbt im Herbst 2018. Felix Guffler und Katja Padberg sowie Stadtheimatpflegerin Corinna Malek springen als Bearbeiter ein. Dr. Weileder wird dritter Herausgeber. Auch von den „freien Mitarbeitern“ in den Ortsteilen kommt nochmals zusätzliches Material, sodass sich der Umfang um gut ein Drittel auf 384 Seiten erhöht.

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Zum Inhalt und Aufbau

Luftbilder, Karten und Erklärung der Straßennamen geben eine Übersicht über das behandelte Gebiet. Die Einführung in Quellen und Literatur sowie Ersterwähnung, Ortsname und Wappen der Ortsteile führen den Leser ins Thema ein, bevor sich Andreas Weileder mit der Ur- und Frühgeschichte, Römern, Alamannen und Franken beschäftigt. Michael Haller schreibt dann über die Herrschafts- und Besitzstrukturen als Grundlagen der Ortsgeschichte.

„Rustikal“ geht es zu beim Beitrag „Oberbeuren als Zankapfel und andere Streitigkeiten in Mittelalter und der frühren Neuzeit“. Als Nächstes wird dargestellt, wie es den drei Kommunen im Königreich Bayern erging. Das Kapitel „Notzeiten“ handelt von Not und Krieg auf dem Dorf in Mittelalter und Früher Neuzeit, von den Napoleonischen Kriegen bis zum Zweiten Weltkrieg. Es beschreibt aber auch Krankheiten, Missernten, Hunger und andere Katastrophen.

Corinna Malek schildert das ereignisreiche Leben während der Weimarer Republik (1918-1933). Das „Dritte Reich“ beginnt mit der „Gleichschaltung“ der Gemeinderäte und endet beim Neuanfang unter amerikanischer Besatzung. Auch der Geschichte von Märzisried ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Viele Leser werden die Gemeindegebietsreform 1971/1972 noch aus eigener Erfahrung in Erinnerung haben. „Das Dorf und seine Leute“ beschreibt auch die Vita einzelner Persönlichkeiten in den Ortsteilen.

Zahlreiche Autoren haben mit viel Fleiß und mit Unterstützung zahlreicher Mitbürger im reich bebilderten Kapitel „Einst und jetzt“ viele interessante Gegenüberstellungen mit Fotos und Luftbildern dokumentiert. Die Entwicklung der Wohnbebauung, der Ausbau der Infrastruktur, der Wintersport sowie Häuser in Oberbeuren, Kemnat und Hirschzell lassen die Vergangenheit Revue passieren.

Selbstverständlich nehmen auch die Entwicklung der Landwirtschaft, die Beschreibung von Leibrecht, Zehnt und Dreifelderwirtschaft sowie die Veränderungen im 20. Jahrhundert breiten Raum ein.

Andreas Weileder hat die Geschichte der Pfarrei Oberbeuren und die dortige Pfarrerliste zusammengestellt und dies auch für Hirschzell getan, während sich Michael Haller um Kirche und Schule in Kemnat gekümmert hat. Weileder hat die reich bebilderten Beiträge über die Schulen in Oberbeuren und Hirschzell verfasst.

„Gemeinsam sind wir stark“ ist das Motto für die Darstellung der Vereine in den drei Ortsteilen, wobei ausdrücklich auf die Bedeutung der Vereine für das dörfliche Leben verwiesen wird.

Ein Anhang mit Zeittafeln, der Entwicklung der Einwohnerzahlen sowie ein Verzeichnis der Bürgermeister und Gemeinderäte der drei Ortsteile sowie eine bebilderte Auflistung der aus den eingemeindeten Gebieten stammenden Kaufbeurer Stadtratsmitglieder rundet das Buch ab.

Dank

Oberbürgermeister Stefan Bosse freut sich, dass nun der vierte Band erscheint, der die Stadtgeschichte komplett macht:

„Die Erstellung unserer Stadtgeschichte war ein langer und mühsamer Weg, der im Jahr 1959 begann. Umso mehr begeistert es mich, nun bei der Vollendung dieses wichtigen Projekts für Kaufbeuren dabei zu sein. Ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden, die viel Arbeit, Zeit und Mühe über die Jahre in das Werk gesteckt haben.“

Auch die Autoren, die Herausgeber Dr. Stefan Dieter, Dr. Stefan Fischer, Dr. Andreas Weileder und der Bauer-Verlag bedanken sich bei den vielen Privatpersonen, Institutionen und Vereinen für die Mithilfe. Das Buch ist ab Mittwoch, den 3. Februar im Kaufbeurer Buchhandel, beim Bauer-Verlag (Tel.:08345/1601), beim Edeka-Markt Drexel in Oberbeuren und beim Hofladen Lehner in Oberbeuren erhältlich.

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